Für Verbraucher Informativ

WLTP & RDE: Die neuen Abgasmessverfahren

Der Automobilmarkt in Deutschland befindet sich im Wandel.

Durch den Dieselskandal wurden teils illegale Praktiken rund um den Emissionsausstoß von Kraftfahrzeugen aufgedeckt. Dass die genormten Prüfstandwerte nicht der Realität entsprechen, ist der Öffentlichkeit mittlerweile bekannt. Nicht bekannt war, in welchem Ausmaß die Automobilhersteller Schwächen dieser Tests ausgenutzt haben. Sie taten dies, um die Abgaswerte ihrer Fahrzeuge mittels illegaler Software zu manipulieren.

Nun hat die EU reagiert. Im Juni 2018 wurden zwei neue Testverfahren zugelassen: Das WLTP und das RDE.

Müssen Autofahrer nun mit veränderten Zulassungsbedingungen rechnen?

Ist Ihr Wagen aufgrund der Messung höherer Emissionen nun von Fahrverboten betroffen?

Und welche steuerlichen Folgen erwarten Sie? Wir klären auf.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis >>

 

Ist Ihr Mercedes betroffen?

Gratis Erstberatung - kostenlos, unverbindlich, bundesweit:

Hinterlassen Sie eine Nachricht, wir melden uns umgehend bei Ihnen
oder

Nur eine Datei möglich.
200 MB Limit.
Erlaubte Dateitypen: gif jpg png bmp eps tif pict psd txt rtf html odf pdf doc docx ppt pptx xls xlsx xml avi mov mp3 ogg wav bz2 dmg gz jar rar sit svg tar zip.

Wieso war eine Erneuerung notwendig?

Zuvor wurden nicht nur Abgaswerte, sondern auch der Kraftstoffverbrauch mit dem NEFZ-Verfahren gemessen.

Das Problem: Seit 1992 wurde das Verfahren nicht überarbeitet.

Präzisere Verfahren sind technisch schon länger möglich.

Demnach ist es nicht verwunderlich, dass das NEFZ-Verfahren auch in Bezug auf andere Werte ungenaue Ergebnisse liefert. So soll der gemessene Kraftstoffverbrauch bis zu 42 Prozent vom tatsächlichen Verbrauch auf der Straße abweichen.

Bemängelt wurden die kurze Testdauer und die unrealistischen Bedingungen. Innerhalb von 20 Minuten simuliert das NEFZ-Verfahren eine 4-km-Fahrt durch die Innenstadt sowie eine 7-km-Überlandfahrt. Es wird schleifend gebremst und eine maximale Geschwindigkeit von 34 km/h erreicht. Das habe wenig mit den echten Fahrbedingungen auf der Straße zu tun, so die Fachleute.

Meistens wurde nur ein Standard-Modell oder ein spezieller Prototyp getestet. Individuelle Ausstattungen oder unterschiedliche Fahrzeuginnengewichte wurden nicht berücksichtigt.

Offensichtlich haben Automobilhersteller die Schwächen dieses Messverfahrens noch weiter ausgenutzt. Sie entwickelten spezielle Abgassoftware, die dafür sorgte, dass nur unter den gegebenen Testbedingungen die gesetzlichen Grenzwerte für Emissionen eingehalten wurden, auf der Straße hingegen nicht. So gelang es Ihnen die Zulassung von Fahrzeugen zu erwirken, deren Abgasanlagen tatsächlich nicht gesetzkonform waren und sind.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis >>

 

Wie funktioniert das neue WLTP-Abgasmessverfahren?

Mit dem neuen WLTP-Verfahren wurden die Testbedingungen der Realität angepasst.

Für jede Motor-Getriebe-Kombination kommt ein Modell mit der leichtesten und mit der umfangreichsten Ausstattung auf den Prüfstand. Auch unter ungünstigen Umständen, wie mit breiter Bereifung oder unvorteilhafter Aerodynamik.

Zudem wird eine 30-minütige Fahrt vorgenommen, die nicht genormten Bedingungen, sondern der Zufälligkeit unterliegt. Die Geschwindigkeit, Straßenform und die imitierte Verkehrslage entsprechen somit realistischen Außenbedingungen. Insgesamt ist die Teststrecke 23,25 km lang.

Seit September 2018 müssen die Verbrauchsangaben der Hersteller auf dem neuen WLPT-Verfahren basieren. Und das europaweit.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis >>

 

WLPT wird durch den RDE-Test ergänzt

Neben dem WLPT-Verfahren wird die Abgasmessung um ein weiteres neues Verfahren ergänzt:

Den RDE-Test.

Das Kürzel steht für „Real Driving Emissions“, also Emissionen unter echten Fahrbedingungen.

Im Gegensatz zu WLPT wird dieses Verfahren nicht im Labor, sondern auf der Straße durchgeführt. Dazu wird das Testgerät vorübergehend auf dem Dach des Fahrzeugs montiert. Und mit dem Auspuffrohr verbunden.

Gefahren wird im herkömmlichen Straßenverkehr. Das RDE-Verfahren wird von Kritikern gelobt, da dabei eine Manipulation der Abgaswerte kaum möglich ist.

Was überraschend ist:

Die Ergebnisse des RDE-Tests zeigen, dass bis zu 7-fach höhere Emissionswerte auf der Straße gemessen werden, als bei Labortests.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis >>

 

Grenzwerte momentan nach WLTP-Verfahren

Die gesetzlichen Emissionsvorgaben basieren aktuell auf dem WLTP-Verfahren. Da die neuen Abgasmessverfahren näher an der Realität sind, musste der Grenzwert erhöht werden. Anstatt 80 Milligramm Stickoxid sind nun 168 Milligramm zulässig. Bis 2020 wird dieser auf 120 Milligramm gesenkt. Zudem müssen die Werte des WLPT- und des RDE-Verfahrens bis auf eine Messtoleranz identisch sein.

Welche Folgen hat die Umstellung?

Am meisten betrifft die Umstellung auf das neue WLTP-Abgasmessverfahren die Automobilhersteller.

Die Produktionskosten erhöhen sich, da das Prüfverfahren bis zu doppelt so viel Zeit in Anspruch nimmt.

Zahlreiche Prüfstände sind bis auf Monate ausgebucht. Es kommt zu Verzögerungen im Produktionsprozess. Etliche Neuwagen sind daher momentan nicht lieferbar.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis >>

 

Neuwagen vor Juni sind nicht betroffen

Die neuen Abgaswerte des WLTP-Verfahrens betreffen allerdings nur Neuwagen, für die eine Zulassung ab Juni vorgesehen war. Für bereits zugelassene, aber noch nicht ausgelieferte Fahrzeuge, sind diese Grenzwerte irrelevant.

Was ändert sich für Sie?

Für Autofahrer bringen die neuen Messverfahren Vor- und Nachteile mit sich.

Einerseits ermöglichen die realistischen Messergebnisse eine zuverlässige Kostenkalkulation des Kraftstoffverbrauchs.

Andererseits steigt die KFZ-Steuer für Neuwagenzulassungen ab 2019. Der Steuerbetrag wird unter anderem auf der Grundlage der gemessenen Emissionswerte des jeweiligen Modells berechnet. Die höhere Emission durch ein realistisches Verfahren bedeutet also eine höhere Steuerlast für Autofahrer. 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis >>

Wie steht Mercedes zu WLTP?

Mercedes ist seit September 2018 dazu verpflichtet, Neuwagen mit dem WLTP-Verfahren zu prüfen. Parallel dazu werden Fahrzeuge schon jetzt mit dem RDE-Verfahren geprüft. Ab September 2019 verwendet Daimler nur noch das realistische RDE-Verfahren bei der Messung der Schadstoffemission.

WLTP & KFZ-Steuer: Was ändert sich?

Durch das neue Prüfverfahren WLTP müssen Sie sich auf eine Erhöhung der KFZ-Steuer einstellen. Da WLTP realistischere Prüfungsbedingungen simuliert, sind die Emissionen der Fahrzeuge höher als beim alten NEFZ-Verfahren. Die Messwerte steigen um bis zu 30%. KFZ-Steuern werden auf Grundlage der Schadstoffemission bemessen, weshalb die Steuer entsprechend höher ausfällt.

Gratis Betroffenheits-Check

Wir prüfen gratis ob Ihr Mercedes vom Abgasskandal betroffen ist und melden uns mit dem Ergebnis innerhalb der nächsten 48h zurück.

Das Recht auf der Seite der Mercedesfahrer

Bekannt aus folgenden Medien:Die Interessensgemeinschaft zum Mercedes Abgasskandal

Rechtsschutzversicherung vorhanden?
Haben Sie Ihr Fahrzeug finanziert?

© HAHN Rechtsanwälte 2019