Für Verbraucher Informativ

Das Thermofenster im Diesel

Ein Begriff ist rund um den Mercedes Abgasskandal immer wieder aufgetaucht:
 

Das Thermofenster bei Diesel-Fahrzeugen von Daimler.

Erst im Januar hat das Landgericht Stuttgart zum Thermofenster ein Urteil mit langfristigen Folgen für Daimler und hunderttausende Inhaber eines Mercedes-Dieselfahrzeugs gefällt.

Was ist passiert?

Nach einem langwierigen Gerichtsverfahren ist das Gericht zu der Entscheidung gekommen, dass sich die Vorwürfe gegen Daimler bewahrheitet haben.

Der Autohersteller hat bei Diesel Fahrzeugen der Marke Mercedes illegale Abschalteinrichtungen verbaut. Eben die besagten Thermofenster. Daimler hat dies jahrelang bestritten und sieht nun eine Klagewelle auf sich zu rollen. Zum Vorteil der Mercedes-Fahrer.

Allerdings hat das Oberlandesgericht Stuttgart in einem anderen Verfahren entschieden, dass das Thermofenster eine legale Einrichtung sei. Ähnlich wie das OLG Braunschweig in Fällen zu VW scheint das OLG am Mercedes Standort Stuttgart auch auf Seiten des Autobauers zu stehen. Es bleibt abzuwarten, welche Meinung sich bei den Gerichten durchsetzen wird.

Doch was ist das Thermofenster und wie funktioniert es im Diesel?

Das Thermofenster ist eine spezielle Funktion der Abgasreinigung bei Dieselmotoren. Wir erklären deren Funktionsweise bei den unterschiedlichen Abgasreinigungssystemen. Und warum es für illegal erklärt wurde.

Wenn Ihr Mercedes Diesel über ein Thermofenster verfügt, können Sie auf Schadensersatz klagen! Das LG Stuttgart hat das Thermofenster als unzulässige Abschalteinrichtung eingestuft. Andererseits hält das OLG Stuttgart das Thermofenster für legal - es ist unklar, welche Einschätzung sich letztendlich durchsetzen wird.

 

 

Was ist das Thermofenster?

Das Thermofenster im Diesel ist ein Temperaturrahmen, in dem das Abgasreinigungssystem im Auto heruntergefahren wird. Bei kälteren Temperaturen wird das System heruntergefahren, um den Motor vor Versottung zu schützen. Das Landgericht Stuttgart hat das Thermofenster als unzulässige Abschalteinrichtung bezeichnet, da durch seinen Einsatz auf dem Prüfstand deutlich mehr Schadstoffe ausgestoßen werden, als auf der Straße.

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Das Diesel-Thermofenster bei der AdBlue-Abgasreinigung

Um das Thermofenster beim Diesel zu verstehen, sollten Sie in erster Linie das Abgasreinigungssystem moderner Dieselmotoren kennen. Es basiert auf dem Selective Catalytic Reduction-Verfahren (SCR). Im Motor wird eine wässrige Harnstofflösung injiziert, die auch als AdBlue bekannt ist. Sie besteht zu 32,5 Prozent aus Harnstoff und 67,5 Prozent aus demineralisiertem Wasser.

Die Injektion erfolgt in den Abgasstrom nach der Kraftstoffverbrennung. Der SCR-Katalysator wandelt die Stickstoff-Emission (NOx) in umweltneutralen Stickstoff (N2) und Wasserdampf (H20) um. Ist es fachgerecht in einem Dieselfahrzeug umgesetzt, kann es den Ausstoß von umweltschädlichen Stickoxiden bei Dieselmotoren um 90% senken.

Nachteilhaft ist bei dieser Abgasreinigungslösung, dass die AdBlue-Lösung in einem separaten Tank mitgeführt werden muss. Neben dem Sprit wird also auch AdBlue verbraucht.

 

Auch das Rückführungsverfahren ist betroffen

Nicht alle Mercedes-Diesel verfügen über das AdBlue-System. Eine zweite Variante der Abgasreinigung bei Dieselfahrzeugen ist das Abgas-Rückführungsverfahren (AGR).

Hierbei wird ein Teil des Abgases mit Frischluft vermengt und in den Brennraum zurückgeführt. Die Sauerstoffkonzentration im Zylinder sowie die Spitzentemperatur des Motors werden verringert. Dadurch wird wiederum der Ausstoß an Stickstoff (NOx) gesenkt.

Nachteilhaft ist beim AGR-System, dass es den Ausstoß von Ruß begünstigt. Es unterliegt einem permanenten Stickstoff- vs. Ruß-Trade Off. Eine gedrosselte AGR-Abgasreinigung bewirkt automatisch einen höheren Partikelausstoß.

 

Daimler behauptet: Angeblich zum Motorschutz

Bei Daimler-Fahrzeugen wurde festgestellt, dass dieses Abgasreinigungssystem bei bestimmten Außentemperaturen ausgeschaltet wird. Dadurch steigt die Schadstoffemission bei Fahrzeugen deutlich über den rechtlich zulässigen Bereich.

Beträgt die Außentemperatur unter 10 Grad (bei AdBlue) oder 7 Grad (bei AGR) fährt sich das Abgasreinigungssystem herunter. Der Schadstoffausstoß nimmt zu. Dieser Umstand ist das Thermofenster im Diesel.

Der Begriff Thermofenster bezeichnet also den Temperaturrahmen, in dem das Abgasreinigungssystem heruntergefahren wird.

 

Dauerhaft funktionsunfähig dank niedriger Durchschnittstemperaturen

Die Durchschnittstemperatur in Deutschland beträgt allerdings 8,5 Grad Celcius. Daher ist anzunehmen, dass der Ausstoß von schädlichem Stickstoff im Alltag dauerhaft größer ist als rechtlich zulässig. Eine Messung der Schadstoffe zur Bestimmung der Zulässigkeit findet meist unter anderen Umständen statt.

Daher der Vorwurf, Daimler hätte dies ausgenutzt. Der Automobilhersteller hat sich gegen diesen Vorwurf gewehrt, indem er behauptet, das Thermofenster im Diesel dient dem Motorschutz.

Bei niedrigen Temperaturen versottet der Motor durch Dieselpartikel, da sie bei diesen Temperaturen schlechter verbrannt werden. Das Thermofenster sei daher rechtlich zulässig. Eine EU-Verordnung sieht hierin die einzige Ausnahme.

Urteil zum Thermofenster im Diesel bringt Daimler in Bedrängnis

Im Januar 2019 hat das Landgericht entschieden, dass Daimler illegale Abschalteinrichtungen verbaut hat. In drei Fällen wurde der Hersteller zu Schadensersatz in Höhe von 25.000 bis 40.000 € verurteilt. Daimler will in Revision gehen. Das OLG Stuttgart ordnete das Thermofenster in einem anderen Fall als legal ein.

Dennoch sehen Verbraucherschützer hierin ein wegweisendes Urteil. Es befeuert den bereits eingeleiteten Rückruf von über 280.000 betroffenen Diesel-Fahrzeugen.

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Wieso Sie Ihre Betroffenheit prüfen lassen sollten

Ist in Ihrem Diesel eine Abschalteinrichtung mit Thermofenster verbaut?

Eine Prüfung der Betroffenheit bringt Klarheit. Leider muss davon ausgegangen werden, dass erhebliche wirtschaftliche Nachteile für Sie entstehen.

Benachteiligungen können nicht ausgeschlossen werden

Um die Mängel am Fahrzeug zu beseitigen, hat Daimler in Zusammenarbeit mit dem Kraftfahrt-Bundesamt einen europaweiten Rückruf gestartet.

Ein Software-Update soll das verbaute Thermofenster beseitigen.

Als Inhaber eines betroffenen Fahrzeug sind das leider keine guten Nachrichten: 

Es ist zu erwarten, dass sich die Vorgänge von VW auch bei Daimler wiederholen. Bereits jetzt berichten Mercedes-Fahrer nach dem Update über ein deutlich höheres Geräuschniveau.

Zudem ist zu erwarten, dass die Langlebigkeit des Motors unter dem Update leidet. Die Langlebigkeit nimmt ab. Für Sie entsteht ein Wertverlust des Fahrzeugs.

 

Wir helfen Ihnen sich zu wehren

Hahn Rechtsanwälte hat bereits bundesweit hunderte Mandanten im Dieselskandal vertreten. Auch öffentlich rechtliche Institutionen und Unternehmen vertrauen im Dieselskandal auf unsere Kompetenz.

Wir können Ihnen helfen, aus der unfairen Benachteiligung einen wirtschaftlichen Vorteil zu erzielen.

Wie?

Ist in Ihrem Fahrzeug ein Thermofenster verbaut, steht Ihnen ein Anspruch auf Rückabwicklung zu. Die Rechtsprechung folgt der Annahme, dass Kunden keinen Kauf getätigt hätten, wenn sie um das illegale Thermofenster gewusst hätten.

Wir setzen uns dafür ein, dass Sie den gesamten Kaufpreis erstattet bekommen. Zwar wird unter Umständen ein Pauschalbetrag als sogenannter Nutzungsersatz abgezogen. Doch dieser ist deutlich geringer als der zu erwartende Wertverlust des Fahrzeugs.

Haben Sie Ihren Wagen finanziert? Der Widerrufs-Joker

Wenn Sie Ihren Wagen direkt über Ihren Händler finanziert haben, besteht die Möglichkeit der Rückabwicklung des Kauf- und des Darlehensvertrags. Unabhängig davon, ob Ihr Fahrzeug über ein Thermofenster verfügt oder Sie anderweitig vom Dieselskandal betroffen sind.

Viele Autokredite sind fehlerhaft. Daher ist die 14-tägige Widerrufsfrist nichtig. Sie können auch nach Jahren noch widerrufen. Wurden Kauf- und Darlehensvertrag zusammen abgeschlossen, besteht eine wirtschaftliche Einheit.

Der Widerruf des Darlehensvertrags hat denselben Effekt auf den Kaufvertrag. Auch er wird rückabgewickelt. Sie geben das Fahrzeug an die Bank und werden von allen Schulden befreit. Sogar geleistete Raten und Anzahlungen erhalten Sie zurück.

Dadurch können Sie sich einfach von Ihrem Diesel befreien. Und sind nicht weiter von Fahrverboten und verpflichteten Aufrüstungen betroffen.

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