Das Mercedes Diesel-Update – ein Dauerärgernis!

Mercedes steckt tief im Dieselskandal. Das Unternehmen ist um Lösungen bemüht. Die angebotenen Software-Updates sind es jedoch nicht wirklich, denn sie können den Stickoxidausstoß nicht senken, sorgen gleichzeitig aber für Schäden am Fahrzeug. Zudem klagen immer mehr Mercedesfahrer über einen spürbar höheren Spritverbrauch.

Seit 2018 werden bei Mercedes immer wieder Rückrufe gestartet. Allein drei Millionen Diesel Fahrzeuge sollen ein Software-Update bekommen. Der Grund sind unzulässige Abschalteinrichtungen. Zwei Drittel der betroffenen Fahrzeuge können im Rahmen einer freiwilligen Kundendienstmaßnahme in die Werkstatt gebracht werden, doch ca. eine Million Halter haben keine Wahl. Ihre Autos unterliegen einem verpflichtenden Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamtes. Sollten sie dem nicht Folge leisten, droht die Zwangsstilllegung ihres Mercedes.

Das ist ein Dilemma, denn das Software-Update bringt auch große Unsicherheiten mit sich: Einerseits ist nicht immer klar, ob der Stickoxidausstoß auf der Straße wirklich sinkt, andererseits berichten zahlreiche Halter im Internet, dass ihr Diesel nach dem Update Probleme macht. Manche klagen über einen viel höheren Sprit- und AdBlue-Verbrauch, andere über eine nachlassende Motorleistung. Wenn dann noch die Start/Stopp- Automatik Zicken macht, was soll man tun?

Wurden Sie schon zum Diesel-Update eingeladen? Ärgert es Sie, dass Sie nach dem Update tausende Euro mehr für Sprit ausgeben müssen? Bei uns können Sie sich kostenfrei zum Mercedes Abgasskandal beraten lassen. Nutzen Sie einfach das nebenstehende Formular zur Kontaktaufnahme!

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Mercedes Software-Update

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Freiwillig updaten – das ist Mercedes 100 Euro wert!

Ende 2019 hat die Daimler-AG eine Gutscheinaktion gestartet. Sie belohnt jeden Kunden mit 100 Euro, der seinen Diesel freiwillig mit einem Software-Update ausstatten lässt.
Klingt super, aber ist es das auch? Wir sagen nein, denn mit der Aktion möchte Daimler möglichst viele Kunden dazu bewegen, in eine Werkstatt zu kommen. Je höher die Zahl der Autos ist, die das Update auf freiwilliger Basis erhalten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Konzern um einen erneuten Pflichtrückruf herumkommt. PR-technisch macht sich das natürlich nicht gut. Was auf den ersten Blick wie eine nette Geste wirkt, ist angesichts der Update-Probleme eine höchst zweifelhafte Aktion. Hier steht offensichtlich der eigene Ruf im Vordergrund und nicht die Kundenzufriedenheit.

Als erfahrene Anwälte im Dieselskandal raten wir daher davon ab, den Mercedes Gutschein anzunehmen und das Update auf freiwilliger Basis aufspielen zu lassen.

Software-Update

Problematisches Diesel-Update bei Mercedes

Mithilfe eines preiswerten Software-Updates will Mercedes Wiedergutmachung leisten.
2018 hatte das Kraftfahrt-Bundesamt festgestellt, dass bei Daimler flächendeckend Abschalteinrichtungen verbaut worden waren, um die Stickoxidwerte auf dem Prüfstand einhalten zu können und so eine Typengenehmigung für die Fahrzeuge zu erhalten. Auf der Straße wurden die erlaubten Grenzwerte jedoch deutlich überschritten.

Für Umweltschutzorganisationen und Verbraucherschützer war das ein Skandal. Die Behörden wurden aktiv, Mercedes versprach, die Abschalteinrichtungen zu entfernen und mit neuer Software die Abgasreinigung zu korrigieren. Dafür traten an anderer Stelle neue Probleme auf:

Nach dem Software-Update hat sich der Spritverbrauch erhöht und das nicht zu knapp! Beim VW Golf hatte der ADAC 2017 einen erhöhten Spritbedarf von 0,5 bis 0,7 Litern pro 100 Kilometer festgestellt. Geht man davon aus, dass ein Mittelklasse Mercedes 500.000 km fährt und der Dieselpreis bei rund 1.30 Euro pro Liter pendelt, ergeben sich zusätzliche Spritkosten von 3250 bzw. 4550 Euro. Wer zahlt die?
Dazu hat sich der AdBlue-Verbrauch bei vielen Euro 6 Dieseln jedoch verdoppelt und verdreifacht. Mercedes argumentiert, das hänge mit der individuellen Fahrweise zusammen, die Fahrzeughalter bestreiten das.

Beim Euro 5 Diesel berichteten Betroffene über Motorschäden. Das verringert die Lebensdauer und steigert den Wertverlust.

Zu allem Übel ist nicht klar, ob das Dieselupdate überhaupt seine gewünschte Wirkung erzielt. Tests der Deutschen Umwelthilfe ergaben einen viel zu hohen Stickoxidwert auch bei upgedateten Autos, das heißt, das Update hatte diesen nur minimal verbessert.

Auslöser der Updates: die Mercedes Dieselaffäre

Seit US-amerikanische Behörden im Jahr 2015 den Dieselskandal ins Rollen brachten, steht auch Mercedes unter Druck, denn auch Daimler hat flächendeckend Abschalteinrichtungen eingesetzt.
So kamen beispielsweise Thermofenster zum Einsatz, um die Abgasreinigung bei bestimmten Außentemperaturen zu drosseln. Dass dies unzulässig ist, haben zahlreiche Gerichte mittlerweile bestätigt. Eine weitere Methode: Die Manipulation der AdBlue-Abgasreinigung. Der Harnstoff AdBlue wird in den Abgasstrom gespritzt und soll dabei umweltschädliches Stickoxid (NOx) in Wasserdampf und umweltneutralen Stickstoff (N2) umwandeln. Bei Funktionstüchtigkeit kann dieses System die Schadstoffemissionen um 90% vermindern. Das Kraftfahrt-Bundesamt hatte jedoch im August 2018 festgestellt, dass unter anderem bei Mercedes das System so eingestellt war, dass es bei einer Außentemperatur von 10 Grad die AdBlue-Einspritzung reduziert.
Verändert wurden auch AGR-Abgassysteme. Bei dieser sogenannten Abgasrückführung (AGR) wird ein Teil der entstandenen Schadstoffe zurück in den Brennraum geführt und mit Frischluft vermengt. Dadurch wird die Sauerstoffkonzentration im Zylinder und die Spitzentemperatur des Motors gesenkt. Dies soll die Menge an ausgestoßenem umweltschädlichem Stickstoff (NOx) vermindern. Eine Abschalteinrichtung hat nun dafür gesorgt, dass sich der rückwärtige Abgasstrom bei niedrigen Außentemperaturen verringert. Das reduziert den Rußausstoß, erhöht aber die Stickstoffwerte (Nox). Letztere werden als extrem gesundheitsgefährdend eingestuft und unterliegen deshalb einem europäischen Grenzwert.

Ein weiteres Problem ist die Kühlmittel-Sollwert Temperaturregelung. Sie sorgt dafür, dass der gesamte Kühlmittelkreislauf und damit auch das Motoröl sich langsamer erwärmt. So werden weniger Stickoxide ausgestoßen. Auf der Straße kommt sie jedoch nicht zum Einsatz, der Ausstoß erhöht sich wieder.

Diese und weitere Praktiken hatte das KBA gerügt. Inzwischen wurden auch die Gerichte aktiv. Immer mehr stufen die Abschalteinrichtungen als unzulässig ein und sprechen den betroffenen Autobesitzern Schadensersatz zu. Das entschied unter anderem das Landgericht Stuttgart in diversen Fällen. Und die Geschwindigkeit, mit der verbraucherfreundliche Urteile gesprochen werden steigt.

Allein im Dezember 2020 haben wir über ein Dutzend positive Urteile im Mercedes Abgasskandal erwirkt.

Schadensersatz für Mercedes Dieselupdate

Rund drei Millionen Mercedes Diesel sind für das Software-Update „auserkoren“. Ihre Besitzer haben damit Anspruch auf Schadensersatz, denn nach § 826 BGB hat sie die Daimler AG durch den Einbau der Abschalteinrichtung sittenwidrig geschädigt. Die Kunden können den Kaufvertrag deshalb rückabwickeln, da die Gerichte davon ausgehen, dass die Käufer den Vertrag nicht unterschrieben hätten, wenn sie von der illegalen Abschalteinrichtung gewusst hätten. Die Betroffenen sind daher so zu stellen, als hätten sie den Vertrag nicht unterschrieben (Naturalrestitution).

Das Auto geht an die Daimler AG zurück. Diese muss im Gegenzug den Kaufpreis erstatten. Davon abgezogen wird jedoch oft eine Nutzungsentschädigung für gefahrene Kilometer.
Die Anrechnung dieses Gebrauchsvorteils ist unter Juristen umstritten. Der BGH hat jedoch in einem Verfahren zum VW Abgasskandal die Rechtmäßigkeit der Anrechnung bestätigt.

Obwohl der volle Kaufpreis so nicht zurückgefordert werden kann, ergibt sich dennoch ein wirtschaftlicher Vorteil für die Kläger. Würden sie das Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkaufen, wäre ihr Erlös sicher weit geringer. Dafür hat der anhaltende Wertverlust – auch angesichts des Mercedes Dieselskandals – gesorgt.

Dr. Petra Brockmann
Dr. Petra Brockmann

Häufige Fragen zum Mercedes Diesel-Update

Muss ich das Software-Update aufspielen lassen?

Das kommt darauf an, ob Ihr Fahrzeug von der freiwilligen oder von der Pflichtmaßnahme betroffen ist. Wir raten davon ab, der Einladung zur Teilnahme an der freiwilligen Maßnahme zu folgen. Weigern Sie sich dagegen, an der Pflichtmaßnahme teilzunehmen, droht in letzter Konsequenz die Stilllegung Ihres Wagens.

Mit welchen Folgen muss ich beim Update rechnen?

Es kommt vor, dass sich nach dem Update der AdBlue-Verbrauch ganz erheblich steigert. Auch von einem erhöhten Spritverbrauch, Problemen mit der Start/Stopp-Automatik und einer Versottung des Motors wird berichtet.

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