Mercedes Diesel Rückruf - die Rückrufaktionen im Abgasskandal

Rückrufe bei Mercedes - Ihre Chance auf Schadensersatz

  • Freiwillige Kundendienstmaßnahme für 3 Millionen Mercedes Diesel in Europa
     
  • Pflichtrückruf für 280.000 Mercedes Diesel mit der Abgasnorm Euro 6b in Deutschland
     
  • Pflichtrückruf für 60.000 Mercedes GLK
     
  • Insgesamt etwa 600.000 Mercedes Diesel in Deutschland betroffen
     

 

Der Dieselskandal geht mit der Mercedes Rückrufaktion in die nächste Runde.

Das Landgericht Stuttgart hat im Januar 2019 nun auch bei Mercedes Diesel Fahrzeugen der Euro Abgasnorm 5 illegale Abschalteinrichtungen festgestellt. Das Landgericht Stuttgart setzt rechtlich die Funktionen der Abschalteinrichtungen von Mercedes denen von VW gleich. Trotz vehementen Abstreitens des Konzerns.

Durch das Stuttgarter Urteil entfaltet der Mercedes Rückruf eine neue Tragweite. Schon im August 2018 hat das Kraftfahrt-Bundesamt den Rückruf von 280.000 Fahrzeugen der Premium-Marke angeordnet. Dabei ging es ausschließlich um Diesel Fahrzeuge der Euro Abgasnorm 6b.

Das Ergebnis des Prozesses am Landgericht Stuttgart hat ergeben: Auch Diesel Fahrzeuge der Euronorm 5 verfügen über illegale Abschalteinrichtungen. Weitere hunderttausende Betroffene müssen mit erheblichen wirtschaftlichen Benachteiligungen und weiteren Mercedes Rückrufen rechnen.

Es drohen:

Gehören Sie dazu? Falls ja, können wir Ihnen helfen. Hier erfahren Sie, ob Ihr Fahrzeug betroffen ist und wie Sie die Situation zu Ihrem wirtschaftlichen Vorteil nutzen können.
 

 

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Worum geht es bei der Mercedes Diesel Rückrufaktion?

Der große Mercedes Rückruf aus 2018 war ein neuer Meilenstein in der Diesel-Affäre. Seitdem im September 2015 aufgedeckt wurde, dass VW vorsätzlich die Abgaswerte von Millionen Dieselfahrzeugen mittels einer eigenen Software manipuliert hat, beschäftigt das Phänomen Abgasmanipulation die Behörden weltweit.

Die in den USA ausgelösten Ermittlungen haben bereits zu langjährigen Haftstrafen von VW-Managern geführt. Seit 2017 ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart nun auch gegen Daimler - wegen Betrug.

Update: im Sommer 2020 gibt es einen neuen Rückruf bei Mercedes, der in der Öffentlichkeit noch kaum wahr genommen wird. Zahlreiche Dieselfahrer, die bisher nur eine Einladung zur freiwilligen Servicemaßnahme vorliegen hatten und dieser nicht nachgekommen waren, bekommen jetzt Post von Daimler mit dem Hinweis, dass ihr Fahrzeug nun Teil eines vom KBA angeordneten Pflichtrückrufs ist!

Der Mercedes Diesel Rückruf für Diesel mit der Abgasnorm Euro 6b

Die Rückrufe im Mercedes Diesel Skandal lassen sich grob in drei Kategorien bzw. Wellen einteilen. 2018 wurde die erste große Rückrufaktion bekannt. Daimler musste in Deutschland 280.000 Diesel mit der Abgasnorm Euro 6b zurückrufen. Insagesamt waren gar an die 700.000 Fahrzeuge betroffen. Betroffen waren in erster Linie die Motoren OM642 und OM651, doch auch die Motoren OM622 und OM626 waren dabei. Der Rückruf betraf dabei nahezu die gesamte Modellpalette bei Daimler. Von der C- und E-Klasse bis hin zum Sprinter.

Mercedes Diesel Rückruf auch für Vans wie Sprinter, Vito und Viano

Im Herbst startete eine Rückrufrufaktion, die sich auf Vans von Daimler konzentrierte, also den Sprinter, den Vito und den Viano. Hier waren nun Euro 5 Diesel mit dem Motor OM651 betroffen. Insgesamt mussten 260.000 Fahrzeuge in die Werkstatt, um dort ein Software-Update zu bekommen.

Nächster Rückruf für Mercedes Diesel - Nach GLK nun auch A- und B-Klasse betroffen

Der dritte große Rückruf läuft bereits seit Sommer 2019 und bekam erst im Juni 2020 neuen Schwung. Zunächst ging es nur um den GLK (etwa 60.000 waren hier betroffen), doch dann folgte die E-Klasse und im Juni 2020 wurde dann klar, dass alleine weitere 30.000 Fahrzeuge der Modelle C-Klasse, E-Klasse und S-Klasse hinzukommen. Hierbei geht es um Wagen mit dem Motor OM651 und der Abgasnorm Euro 5. Parallel dazu wurden auch die A-Klasse und die B-Klasse zurückgerufen, allerdings mit dem Motor OM640 (und der Abgasnorm Euro 5) - ein Neuling im Abgasskandal. Auch bei diesem neuen Motor werden 30.000 Autos zurückgerufen.

Illegale Software: Das Thermofenster bei Dieselfahrzeugen von Daimler

Mercedes folgt VolkswagenDer Angelpunkt der Abgasaffäre bei Daimler ist das sogenannte Thermofenster.

Dabei handelt es sich um eine Abschalteinrichtung der Abgasreinigung. Es wurde festgestellt, dass sich die Reinigung bei bestimmten Außentemperaturen abstellt. Zu großer Zahl waren Modelle betroffen, deren Abgasreinigung auf dem Selective Catalytic Reduction-Verfahren (SCR) basiert. Im Volksmund ist dieses als AdBlue-Verfahren bekannt.

AdBlue ist eine wässrige Harnstofflösung, die in den Abgasstrom des Fahrzeugs injiziert wird. Dadurch wird umweltschädliches Stickoxid (NOx) in Wasserdampf und umweltneutralen Stickstoff verwandelt. Funktioniert die Abgasreinigung, kann die Abgasemission um 90% reduziert werden.

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AdBlue-Injektion bei niedriger Außentemperatur verringert

Die erste Welle des Mercedes Rückrufs wurde im August 2018 durch das Kraftfahrt Bundesamt eingeleitet. Es hatte festgestellt, dass die Abgasreinigung bei einer bestimmten Außentemperatur heruntergefahren wurde. Und zwar ab 10 Grad Celsius.

Da die Durchschnittstemperatur in Deutschland allerdings 8,5 Grad beträgt, muss von einer dauerhaften Funktionsunfähigkeit ausgegangen werden.

Allgemein bekannt wurde diese Abschalteinrichtung als Thermofenster. Sie wurde inzwischen unter anderem vom Landgericht Stuttgart als unzulässig eingeordnet.

Gericht stellt fest: Nun auch bei Abgasrückführungssystemen

Dass eine illegale Abschalteinrichtung bei AdBlue-Fahrzeugen installiert ist, war zwar bekannt. Dies wurde von Daimler aber dementiert. Mit dem Stuttgarter Urteil wurde offenbart, dass auch Dieselfahrzeuge die noch über keinen SCR-Kat, sondern nur ein Abgasrückführungssystem (AGR) verfügen ein Thermofenster aufweisen. Bei dieser Abgasreinigung wird ein Teil der Schadstoffemission mit Frischluft vermengt und in den Brennraum zurückgeführt.

Im Prozess wurde festgestellt, dass die Software bei einer Außentemperatur von 7 Grad Celsius die Abgasreinigungsfunktion um 45% herunterfährt. Daimler hatte argumentiert, dass dies im Sinne der EG-Verordnung 715/2007 zum Motorschutz zulässig sei. Das Gericht kam der Argumentation des Herstellers nicht nach. Die Abschalteinrichtung ist illegal. Daimler muss die betroffenen Fahrzeuge zurückrufen und den Kaufpreis erstatten.

Die Rückrufe der Euro 5 Diesel basieren dagegen auf der Kühlmittel-Sollwert-Temperaturregelung - laut KBA und immer mehr Gerichten ebenfalls eine unzulässige Abschalteinrichtung.

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Welche Motive verfolgt Mercedes?

Dieselupdate Rückruf Stilllegung KFZ KralleAls Fahrer eines Mercedes Diesel sind Sie zu Recht frustriert. Oft genug hat Daimler mit der „saubersten Dieseltechnologie der Welt“ geworben. Und nun werden Fahrverbotszonen für Dieselfahrzeuge aufgrund der hohen Umweltverschmutzung eingeführt. Was waren die Motive des Herstellers? Die Antwort ist so bezeichnend wie enttäuschend: Es ging um Gewinnmaximierung.

Auch zu diesem Urteil kam das Landgericht Stuttgart. Ein anderes Motiv war nicht ersichtlich. Zumal eine technisch einwandfreie und legale Abgasreinigungslösung möglich, nur eben teurer gewesen wäre.

 

Wusste der Vorstand davon?

Die Führungsriege der Automobilkonzerne gerät ebenso ins Visier der Fahnder. Audi Chef Stadler saß gar monatelang in Untersuchungshaft. Seit September 2020 muss er sich in München vor Gericht verantworten. Im Fall von Daimler stellt sich ebenso die Frage, ob der Vorstand von der Abgasmanipulation gewusst hat. Das Landgericht Stuttgart ist der Ansicht, dass der Vorstand um den Umstand gewusst haben muss. Er ist zur Organisation und Führung des Unternehmens nach gesetzlichen Bestimmungen verpflichtet. Zudem lässt das Ausmaß der Affäre keinen anderen Schluss zu, als dass entsprechende finanzielle und technische Entscheidungen auf Vorstandsebene getroffen worden sind.

Schließlich sind europaweit Millionen von Fahrzeugen betroffen. Und deren Herstellung und Vertrieb muss von der Vorstandsebene organisiert und abgesegnet werden.

Das Software-Update soll die illegale Abschalteinrichtung beseitigen

Da die Abschalteinrichtungen als illegal eingestuft wurden, müssen sie entfernt werden. Es soll eine Umprogrammierung in Form eines Software-Updates aufgespielt werden, die die unzulässigen Abschalteinrichtungen beseitigt.

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Welche Folgen hat die Mercedes Diesel Rückrufaktion für Betroffene

Sie sind Betroffener im Dieselskandal und befürchten unangenehme Folgen?

Leider bringt der Mercedes Diesel Rückruf einige schwerwiegende Benachteiligungen mit sich.

Verpflichtender oder freiwilliger Rückruf

Ist in Ihrem Fahrzeug eine illegale Abschalteinrichtung verbaut, wird der Mercedes Rückruf auch Sie betreffen.

Für über 600.000 in Deutschland zugelassene Mercedes Diesel hat das Kraftfahrt-Bundesamt einen verpflichtenden Rückruf beschlossen. Insgesamt 3 Millionen Fahrzeuge sind europaweit vom freiwilligen Rückruf betroffen, den Daimler als eine freiwillige Kundendienstmaßnahme verkauft.

Dabei ist mit weiteren Rückrufen in der Zukunft zu rechnen. Regelmäßig veröffentlicht das KBA in seiner Rückruf-Datenbank neue Aktionen. Auch im Sommer 2020 werden noch neue Rückrufe bekannt. Das ganze Ausmaß des Mercedes Dieselskandals ist daher noch lange nicht abzusehen.

Oft kommt es vor, dass Halter zunächst über die freiwillige Kundendienstmaßnahme informiert werden. Kommen sie dieser Einladung nicht nach, kann es passieren, dass nur wenige Wochen später eine Einladung zur Teilnahme an einem Pflichtrückruf folgt. Das KBA verliert anscheinend die Geduld mit Daimler und will nicht abwarten, bis sich drei Millionen Kunden freiwillig um das Update gekümmert haben, sondern ordnet wieder und wieder verpflichtende Rückrufe an.

Beeinflussung der Funktionalität des Motors

Wurde die Umrüstung im Zuge des Mercedes Rückrufs vorgenommen, also das Software-Update aufgespielt, drohen Funktionalitätseinbußen des Motors.

In einschlägigen Mercedes-Foren häufen sich Beschwerden über lästige Motorengeräusche, niedrigere Laufleistungen, erhöhten Batteriebedarf, zu hohen Sprit- und AdBlue-Verbrauch und Motorschäden.

Das Szenario ist aus dem VW-Skandal bekannt. Ein ähnlicher Ausgang ist bei Mercedes zu erwarten. Schließlich soll die Abschalteinrichtung laut der Hersteller selbst den Motor schützen. Dieser Motorschutz versiegt nun.

Ob das Update den hohen Emissionsausstoß effektiv korrigieren kann, ist mehr als fraglich.

Wertverlust: Mit oder ohne Nachrüstung

Nach Bekanntwerden der Existenz illegaler Abschalteinrichtungen haben die betroffenen Modelle einen Wertverlust auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu verzeichnen. Der Wert von Dieselfahrzeugen ist auch durch die eingerichteten Fahrverbotszonen in Großstädten gesunken. Durch Einschränkung der Mobilität verliert ein Wagen seinen Wert. Die oben beschriebenen Folgen werden den Wertverlust weiter vorantreiben.

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Bei Verweigerung des Updates: Zwangsstilllegung

Kommen Sie der Aufforderung zur verpflichtenden Nachrüstung nicht nach, kann Ihnen die Betriebserlaubnis entzogen werden.

Durch die illegale Abschalteinrichtung sind die Zulassungskriterien nicht gegeben. Das Kraftfahrt-Bundesamt informiert Sie zunächst über die verpflichtende Nachrüstung. Kommen Sie dem nach mehrfacher Fristsetzung nicht nach, erhalten Sie eine kostenpflichtige Stilllegungsanordnung.

Bei Zustimmung des Updates: Beweismittelverlust des Sachmangels

Die illegale Abschalteinrichtung ist Beweis für die deliktische Handlung Daimlers. Sie wurden als Mercedes Fahrer arglistig getäuscht, indem Sie nicht über die Abschalteinrichtung informiert wurden. Deshalb können Sie eine Rückabwicklung des Kaufvertrags durch uns veranlassen.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Sie den Kauf nicht getätigt hätten, wenn Sie von der Abschalteinrichtung gewusst hätten. Lassen Sie die Abschalteinrichtung durch das Update entfernen kann dies unter Umständen den Nachweis derselben erschweren.

Probleme mit der Gewährleistung

Daimler gewährt zwar eine Garantie für Schäden die infolge des Updates auftreten. Den Ärger hat der Kunde aber trotzdem und das Problem, dass er kaum nachweisen kann, dass ein Schaden auf das Update zurückzuführen ist.

In manchen Fällen wurden Schäden, die durch Abgas-Updates entstanden sind, kostenfrei beseitigt. In wieder anderen mussten die Betroffenen für die Reparatur selbst aufkommen. Mit dem Update verliert Ihr Motor nicht nur an Funktionalität. Sie setzen sich einem zusätzlichen Kostenrisiko aus.

Höhere Schadstoffemission und Versottung des Motors drohen

Gerade bei den Fahrzeugen mit Abgas-Rückführung (AGR) ist nach dem Update eine höhere Schadstoffemission nicht ausgeschlossen, vor allem von CO2. Generell hat dieses Abgasreinigungssystem einen Nachteil: Durch die Absenkung der Sauerstoffkonzentration im Zylinder wird Rußbildung begünstigt.

Das AGR-System befindet sich daher in einem chronischen Dilemma: Es wird entweder der Ausstoß von NOx oder Ruß begünstigt. Ziel des Systems ist es daher, eine angemessene Balance des Rußpartikel- / NOx-Tradeoffs herzustellen.

Wird die Abschalteinrichtung nun durch das Software-Update entfernt, ist die Abgasreinigung öfter aktiv. Dadurch wird die Rußbildung begünstigt. Und der Motor droht zu versotten. Dies zeigt das Grundproblem aller Software-Updates: Die vorhandene Hardware wurde nicht für die neue Software gebaut und entwickelt. In das Zusammenspiel von Fahrzeugmotor und Emissionskontrollsystem wird auf eine nicht vorgesehene Weise eingegriffen. Dies ist nicht möglich, ohne Nachteile in Kauf zu nehmen.

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Welche Modelle sind von der Mercedes Rückrufaktion im Dieselskandal betroffen?

Der Rückruf muss in zwei unterschiedliche Varianten unterteilt werden:

1. Der verpflichtende Rückruf: Im August 2018 hat das Kraftfahrt-Bundesamt festgestellt, dass in Mercedes-Fahrzeugen mit AdBlue-Abgasreinigung eine illegale Abschalteinrichtung verbaut ist. Daimler wurde vom KBA zum verpflichtenden Rückruf von ca. 280.000 Mercedes-Dieselfahrzeugen in Deutschland verpflichtet. Die Abschalteinrichtung wird durch das Software-Update entfernt. Weigert sich der Fahrzeughalter, das Update durchführen zu lassen droht die Stilllegung. Das KBA ermittelt zudem immer noch und hat inzwischen auch die Kühlmittel-Sollwert-Temperaturregelung als unzulässige Abschalteinrichtung eingestuft. Es gab inzwischen weitere Pflichtrückrufe für den Sprinter, den GLK, und auch die C-Klasse und die E-Klasse sind erneut betroffen.

2. Der „freiwillige“ Rückruf: Seit 2017 wird der freiwillige Mercedes Rückruf im Rahmen einer freiwilligen Kundendienstmaßnahme durchgeführt. Als Kunde erhalten Sie eine Benachrichtigung, mit der Bitte, den Wagen in die Werkstatt zu bringen. Hier droht bei einer Weigerung zwar noch keine Zwangsstilllegung. Doch immer wieder kommt es vor, dass betroffene Kunden nur kurze Zeit später eine Einladung zu einem verpflichtenden Rückruf bekommen. So ist die freiwillige Maßnahme meistens nur der erste Schritt hinein in den Mercedes Abgasskandal.

Die Modelle der verpflichtenden Mercedes Rückrufaktion

Die vom ersten verpflichtenden Rückruf betroffenen Modelle unterliegen allesamt der Euro Abgasnorm 6b. Inzwischen sind jedoch auch der GLK und der Sprinter, jeweils mit der Abgasnormn Euro 5 zurückgerufen worden. Immer wieder werden Berichte zu neuen Rückrufen bei Mercedes bekannt.

Betroffene Modelle des freiwilligen Rückrufs

Eine offizielle Liste von Seiten Daimlers existiert noch nicht.

Die freiwillige Rückrufaktion betrifft jedoch nahezu alle Euro 5 und Euro 6 Diesel von Mercedes - europaweit etwa 3 Millionen Fahrzeuge. Darunter solche mit den folgenden Motoren:

  • OM 642
  • OM 651
  • OM 622
  • OM 626
  • OM 640

Doch auch weitere Dieselmotoren könnten betroffen sein - der OM640 kam beispielsweise erst im Sommer 2020 hinzu.

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Wie läuft die Rückrufaktion ab?

Neben der wirtschaftlichen Benachteiligung kann der Mercedes Rückruf nervenaufreibend sein. Zahlreiche Mercedes Fahrer haben sich über die Kundenunfreundlichkeit des Prozesses beschwert.
Wir erklären Ihnen, wie die unterschiedlichen Varianten des Rückrufs organisiert sind.

Ziel: Illegale Abschalteinrichtung beseitigen

Ziel der Maßnahme ist es, die illegale Abschalteinrichtung zu beseitigen.

Dadurch soll die Stickstoffemission reduziert werden.
Betroffen sind zwei unterschiedliche Abgassysteme:

  • SCR-Verfahren (AdBlue-Lösung)
  • AGR-System (Rückführung)

Die Daimler-Ingenieure sind angewiesen, für beide Lösungen eine Software zu programmieren, die die unzulässige Abschalteinrichtung beseitigt. Allerdings unterscheiden sich diese sehr. Jedes einzelne Modell und jede Motorenart benötigen ein individuelles Update.

Daimler: Kein Unterschied feststellbar

Daimler beharrt darauf, dass für Autofahrer nach der Installation des Updates kein Unterschied feststellbar sei. Die Umrüstung basiert auf den „aktuellen Erkenntnissen aus der Entwicklung der neuen Dieselmotoren-Familie“. Die Umrüstung sei Daimlers „Zukunftsplan für den Dieselmotor“. Leider häufen sich in den bekannten Foren schon jetzt die Beschwerden.

Wie die KBA Rückrufe ablaufen

Gehört Ihr Mercedes zu den Fahrzeugen, die aktuell vom KBA Rückruf betroffen sind, müssen Sie sich auf folgendes Prozedere einstellen.

1. Sie erhalten ein Schreiben vom Daimler

Sie erhalten ein Schreiben von Daimler, das Sie über den verpflichtenden Rückruf Ihres Mercedes informiert. Dabei werden Sie aufgefordert, innerhalb einer Frist einen Termin bei einer Daimler Werkstatt zu vereinbaren. In den meisten Fällen umfasst diese Frist vier Wochen.

2. Sie reagieren nicht: Ihre Daten werden an das Kraftfahrt-Bundesamt weitergegeben.

Kommen Sie der Aufforderung zur Nachrüstung nicht nach, wird Daimler Ihre Daten an das Kraftfahrt-Bundesamt weitergeben. Sie erhalten von der Behörde eine Frist von zwei Monaten zur Umrüstung des Fahrzeugs. Lassen Sie diese Frist abermals verstreichen, wird Ihre zuständige Zulassungsbehörde informiert.

3. Frist verstreicht: Zulassungsstelle wird informiert

Hat Ihre Zulassungsbehörde Ihre Daten erhalten, ordnet sie eine Stilllegung Ihres Fahrzeugs an. Die Strenge der Auslegung variiert jedoch regional. Erhalten Sie die Stilllegungsanordnung, ist diese Zustellung für Sie kostenpflichtig. Zudem wird Ihnen eine letzte einwöchige Frist gewährt. Danach wird Ihr Wagen zwangsstillgelegt.

Fazit: Wir bewahren Sie vor der Zwangsstilllegung

Sie möchten die kostenpflichtige Zwangsstilllegung vermeiden? Wir können helfen. Sind Sie vom Mercedes Abgasskandal betroffen, können wir die Rückabwicklung Ihres Kaufvertrags veranlassen. Dabei geben Sie das manipulierte Auto zurück und erhalten den Kaufpreis (abzüglich einer Nutzungsentschädigung) erstattet.

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So läuft der freiwillige Mercedes Diesel Rückruf

Der freiwillige Rückruf von Daimler ist nicht als solcher erkennbar. Kritiker unterstellen, dass der Automobilhersteller die Rückrufaktion als freiwillige Kundendienstmaßnahme getarnt habe.

1. Benachrichtigung über die freiwillige Kundenmaßnahme

Sie werden von Daimler darüber informiert, dass Sie die Möglichkeit haben, eine kostenlose Servicemaßnahme in Anspruch nehmen zu können. Dazu werden Sie gebeten, einen Termin auszumachen. Über die illegale Abschalteinrichtung werden Sie nicht aufgeklärt.

2. Bei Verweigerung: Keine direkten Folgen

Wenn Sie die Servicemaßnahme nicht in Anspruch nehmen, haben Sie vorerst keine weiteren Folgen zu befürchten. Allerdings kannes gut sein, dass die freiwillige Aktion über kurz oder lang zu einem verpflichtenden Rückruf wird.

3. Langfristige Folgen unabsehbar: Stilllegung oder Fahrverbot

Auch wenn momentan noch keine Folgen ersichtlich sind: Sie könnten langfristig betroffen sein. Wahrscheinlich wird sich der Pflichtrückruf ausweiten. Und künftig gerade die Fahrzeuge betreffen, die bisher nur von der freiwilligen Servicemaßnahme betroffen sind.

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Wie Sie die Mercedes Rückrufaktion zu Ihrem Vorteil nutzen

Der Dieselskandal hat das Image der Automobilindustrie nachhaltig geschädigt. Als Mercedes Fahrer fühlen Sie sich zurecht getäuscht. Wir werden Ihnen zeigen, wie Sie diese unglückliche Situation zu Ihrem Vorteil nutzen können. Wenn Sie Ihren Wagen zurückgeben oder eine Schadensersatzsumme erhalten möchten, werfen Sie einen Blick auf folgende drei Optionen.

1. Option: Rückabwicklung des Kaufvertrags

Ist in Ihrem Fahrzeug eine illegale Abschalteinrichtung verbaut, können wir für Sie eine Rückabwicklung des Kaufvertrags veranlassen. Dadurch können Sie den Wagen zurückgeben und erhalten den Kaufpreis rückerstattet. Dabei müssen Sie sich nach aktuellem BGH Urteil eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen.

Wir klagen gegen Daimler auf Schadensersatz und wenn möglich auf Rücktritt wegen Sachmangel. Möglich ist dies wegen der illegalen Abschalteinrichtung. Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Sie den Wagen nie erworben hätten, wenn Sie um die Abschalteinrichtung gewusst hätten.

Selbst wenn ein Nutzungsersatz vom Kaufpreis abgezogen wird, entsteht für Sie ein wirtschaftlicher Vorteil. Der Nutzungsersatz ist in der Regel deutlich geringer als der Wertverlust, den Ihr Fahrzeug erfahren hat.

Haben Sie einen Neuwagen bei Daimler erworben? Ihre Alternative

Ihr Mercedes bedeutet Ihnen viel und Sie möchten ihn nicht missen? Haben Sie einen Neuwagen bei Daimler erworben, können wir die Lieferung eines gleichwertigen Neuwagenmodells erwirken. Wir stellen den Kaufvertrag aufgrund der illegalen Abschalteinrichtung infrage. Daimler erhält die Chance zur Nacherfüllung durch Neulieferung eines vergleichbaren Fahrzeugs. Diesmal ohne Abschalteinrichtung.

2. Option: Weiterfahren und Vergleichssumme auszahlen lassen

Verständlicherweise kann es auch Ihr Wunsch sein, Ihren Mercedes zu behalten. Sind Sie jedoch vom Dieselskandal betroffen, müssen Sie mit Einschränkungen rechnen.

Etwa:

  • Mobilitätseinschränkungen: Sie könnten von einem der Fahrverbote deutscher Großstädte betroffen sein.
  • Wertverlust: Durch die illegale Abschalteinrichtung sowie das Software-Update und die unvorhersehbaren Folgen vermindert sich der Wiederverkaufswert Ihres Fahrzeugs.
  • Weitere drohende Belastungen: Es ist nicht absehbar, welche künftigen Folgen auf betroffene Fahrzeugfahrer zukommen. So können vom freiwilligen Mercedes-Rückruf betroffene Fahrzeuge bald dazu verpflichtet werden, das Software-Update aufspielen zu lassen.

Kommt die erste Option für Sie nicht in Frage und möchten Sie dennoch Ihr Fahrzeug weiterfahren, klagen wir ebenfalls für Sie auf Schadensersatz gegen Daimler. Diesmal mit dem Ziel den Wagen zu behalten, aber eine Ausgleichssumme für die Schädigung zu bekommen: Sie behalten Ihr Fahrzeug und bekommen für die oben genannten Einschränkungen Schadensersatz.

3. Option: Wagen zurück und Finanzierung widerrufen

Diese Option ist als sogenannter Widerrufsjoker bekannt.

Dabei muss sich keine illegale Abschalteinrichtung in Ihrem Fahrzeug befinden. Es muss sich nicht einmal um einen Diesel handeln. Haben Sie Ihren Wagen finanziert, könnte diese Option in Frage kommen.

Allerdings muss der Darlehensvertrag vom Händler mit angeboten worden sein. Haben Sie den Kredit direkt beim Kauf über den Händler abgeschlossen, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditvertrag fehlerhaft ist.

Hat der Vertrag den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprochen, etwa weil Widerrufsinformationen gefehlt haben, ist die Widerrufsfrist nie erloschen. Da der Kaufvertrag und der Kreditvertrag als wirtschaftliche Einheit betrachtet werden, sind bei einem Widerruf beide hinfällig.

Sie geben den Wagen zurück. Im Gegenzug erhalten Sie jedoch alle gezahlten Raten und Anzahlungen zurück. Wurde Ihr Kauf- und Finanzierungsvertrag nach dem 13. Juni 2014 abgeschlossen, müssen Sie keinen Ersatz für den Wertverlust zahlen, der durch die Nutzung des Fahrzeugs Ihrerseits entstanden ist.

 

Wir klären die Kostenfrage für Sie

Sie möchten hohe Rechtskosten vermeiden? Wir helfen Ihnen bei der Kostenfrage. In der Regel übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Prozesskosten. Bei erfolgreicher Klage muss Daimler diese ohnehin übernehmen. Wir prüfen für Sie kostenlos die Zuständigkeit Ihrer Versicherung. Oder geben Ihnen einen Ausblick auf entstehende Kosten.

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FAQ Mercedes Diesel Rückruf

Welche Motoren sind vom Mercedes Rückruf betroffen?

Betroffen von Rückrufen sind bisher Mercedes Fahrzeuge mit den folgenden Motortypen:

OM 642

OM 651

OM 622

OM 626

OM 640

Weitere Fragen und Antworten rund um den Mercedes Abgasskandal finden Sie hier

Ist mein Mercedes Diesel betroffen?

Ihr Mercedes ist mit Sicherheit betroffen, wenn Sie ein Schreiben von Daimler bekommen haben und gebeten wurden in die Werkstatt zu fahren, damit Ihr Fahrzeug ein Software-Update bekommen kann. Wenn Sie wissen wollen, ob Sie vom Abgasskandal betroffen sind und ob ein verpflichtender Rückruf auf Sie zukommt, nutzten Sie unseren kostenlosen Betroffenheitscheck.

Weitere Fragen und Antworten rund um den Mercedes Abgasskandal finden Sie hier

Welche Rückrufe gibt es bisher im Mercedes Abgasskandal?

Es gibt inzwischen mehrere Rückrufe bei Mercedes. Ein erster großer Rückruf traf Modelle mit der Abgasnorm Euro 6b. Etwa 700.000 Fahrzeuge in Europa waren betroffen. 2019 gab es dann einen Rückruf für den GLK, hier waren 60.000 Fahrzeuge betroffen. Zudem gibt es weitere Pflichtrückrufe für die C-, E- und S-Klasse. Auch die A- und B-Klasse sind betroffen. Parallel dazu läuft eine freiwillige Kundendienstmaßnahme für drei Millionen Fahrzeuge in Europa.

Weitere Fragen und Antworten rund um den Mercedes Abgasskandal finden Sie hier!

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