Der Mercedes Sprinter im Abgasskandal

Auch der Mercedes Sprinter ist in den Abgasskandal bei Daimler verwickelt.

Im Oktober 2019 wurde bekannt: 260.000 Sprinter sind weltweit von einem Rückruf betroffen - in Deutschland sind es über 100.000 Fahrzeuge!

Zudem gehört das Modell zu den 700.000 Diesel Fahrzeugen, die europaweit seit 2018 verpflichtend zurückgerufen werden mussten.

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Das Recht auf der Seite der Mercedesfahrer

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Mercedes Sprinter - Abgasskandal Rückruf in mehreren Fällen

Sie fahren einen Mercedes Sprinter und sind vom Abgasskandal betroffen? Das ist gar nicht so unwahrscheinlich, denn der Transporter war Teil der großen Rückrufaktion, die das Kraftfahrt-Bundesamt für 700.000 Mercedes Diesel europaweit angeordnet hatte.

Ganz genau ging es um dieses Modell:

Handels-

bezeichnung

HubraumLeistung

Motorkenn-

buchstabe

EU Emissions-

stufe

Zertifizierung

Produktions-

zeitraum

Sprinter2143

95

105

120

OM 651Euro 6b (W)M07/15 - inkl. 08/18

Quelle: www.daimler.com

In Deutschland sind von diesem Rückruf über 1.000 Sprinter betroffen. Obwohl Daimler der Rückrufbescheid schon vor über zwei Jahren zugestellt wurde, veröffentlichte das KBA die Informationen dazu erst im Februar 2020 in seiner Rückrufdatenbank. Im Zuge des Rückrufs soll ein Software-Update aufgespielt werden, das die illegale Abschaltung, die beim Sprinter nachgewiesen wurde und die die Abgasreinigung reduziert, entfernen soll. Doch damit gibt es Probleme. Mercedesfahrer berichten von negativen Folgen, die nach dem Update aufgetreten sind. So soll der Motor schnell versotten und der Verbrauch, sowohl von Sprit als auch von AdBlue sei in die Höhe gegangen. Aus technischer Sicht raten wir daher vom Mercedes Diesel Software-Update ab. Jedoch kommt es hier darauf an, um welchen Rückruf es sich handelt. Wenn Ihr Sprinter von einem verpflichtenden Rückruf betroffen ist, müssen Sie dem nachkommen. Sonst droht Ihnen die Stilllegung Ihres Sprinters. Wurden Sie jedoch nur zu einer freiwilligen Service-Maßnahme in die Werkstatt gebeten, können Sie diese ablehnen, ohne eine Stilllegung befürchten zu wissen. Lassen Sie sich in jedem Fall rechtlich beraten. HAHN Rechtsanwälte bieten Ihnen eine kostenlose und unverbindliche Erstberatung an. Wir sagen Ihnen, welche Ansprüche Sie im Mercedes Sprinter Abgasskandal haben und wie Sie diese durchsetzen können.


260.000 Sprinter von Rückruf im Mercedes Abgasskandal betroffen

Im Oktober 2019 schließlich traf es den Mercedes Sprinter besonders hart. Das Kraftfahrt-Bundesamt ordnete einen weiteren Pflichtrückruf für den Sprinter an. Nur eine Woche zuvor war bekannt geworden, dass der Verdacht besteht, der Sprinter könnte eine unzulässige Abschalteinrichtung enthalten und dass das KBA ein Anhörungsverfahren eröffnet habe. Dann war klar, weltweit sind 260.000 Fahrzeuge betroffen, die über eine unzulässige Abschalteinrichtung verfügen und deshalb ein Software-Update bekommen sollen. In Deutschland sind dabei alleine über 100.000 Sprinter betroffen. Die Transporter verfügen über den Motor OM651, sind allerdings etwas älter und erfüllen nur die Abgasnorm Euro 5. In der Rückrufdatenbank des KBA taucht dieser Rückruf auch ein halbes Jahr nach Zustellung des Rückrufbescheids an Daimler noch nicht auf. Dies bedeutet in der Regel, dass das KBA die dazu gehörigen Software-Updates noch nicht freigegeben hat. Betroffene Fahrer müssen aber damit rechnen, dass sie in nächster Zeit Post von Daimler bzw. dem KBA bekommen und mit ihrem Sprinter in die Werkstatt fahren müssen. Da es sich um einen Pflichtrückruf handelt, droht bei Nichtbeachtung der Einladung die Zwangsstilllegung.


Fahrverbot und Wertverlust beim Sprinter

Ebenso wie viele andere Diesel hat auch der Mercedes Sprinter im Rahmen des Abgasskandals an Wert verloren. Autohändler berichten von einer nachlassenden Nachfrage für Diesel Fahrzeuge. Das trifft auch private Verkäufer, die Ihren Mercedes Sprinter loswerden wollen. Noch schlimmer wurde das Ganze durch die aufkommenden Fahrverbote. Wer kauft schon ein Auto, mit dem man nicht überall hinfahren kann und zum Beispiel aus einer Großstadt wie Stuttgart komplett ausgesperrt ist? Die Diesel Fahrverbote gelten für Fahrzeuge, die nicht mindestens die Abgasnorm Euro 5 bzw. Euro 6 erreichen, somit sind natürlich auch Sprinter von den Fahrverboten betroffen und dürfen bestimmte Straßen oder Städte nicht mehr befahren.

Mercedes Sprinter Abgasskandal – Schadensersatz fordern

Besitzer von einem Mercedes Sprinter müssen aber nicht auf diesem Wertverlust sitzenbleiben. Es gibt Möglichkeiten, diesen an Daimler zurückzugeben. Schließlich hat der Konzern betrogen – warum sollten die Kunden das ausbaden? Wenn Daimler nämlich eine illegale Abschalteinrichtung in Ihrem Mercedes Sprinter eingebaut hat, dann steht Ihnen Schadensersatz zu. Die Gerichte berufen sich dabei in der Regel auf den Paragraphen 826 BGB und werfen Mercedes vor, seine Kunden vorsätzlich und sittenwidrig geschädigt zu haben. Demnach steht den Kunden Schadensersatz zu. Dieser entspricht normalerweise der Höhe des Kaufpreises, den der Kunde erstattet bekommt. Unserer Auffassung nach stehen Ihnen zudem Zinsen zu. Eventuell wird Ihnen eine Nutzungsentschädigung abgezogen, die die Nutzung des Sprinters ausgleichen soll. Wir halten dies aber für eine unbillige Entlastung des Herstellers und werden daher für Sie auf Schadensersatz ohne Abzug der Nutzungsentschädigung klagen. Im besten Fall sind Sie Ihren Sprinter dann quasi kostenlos gefahren.

Der Autokredit Widerruf als Alternative im Diesel Skandal

Wenn eine Schadensersatzklage in Ihrem Fall nicht möglich ist, ist noch längst nicht alles verloren. Denn wenn Sie Ihren Mercedes Sprinter finanziert haben, gibt es noch eine weitere Option. Diese ist unter dem Namen Widerrufsjoker bekannt. Um diesen nutzen zu können, müssen jedoch drei Voraussetzungen gegeben sein. Sie müssen den Autokredit zusammen mit dem Autokauf abgeschlossen haben, Sie müssen das Auto als Verbraucher gekauft haben und der Kreditvertrag muss Fehler enthalten (zum Beispiel eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung, fehlende Pflichtangaben oder anderes). Wenn dies zutrifft, beträgt Ihre Widerrufsfrist nicht 14 Tage, wie es eigentlich ist, sondern ist unbegrenzt. Das heißt, Sie können Ihren Vertrag auch heute noch wiederrufen. Und da Sie Kauf- und Kreditvertrag zusammen abgeschlossen haben, gelten diese als verbunden. Im Rahmen des Kreditwiderrufs wird der Kaufvertrag rückabgewickelt. So können Sie das Auto an die finanzierende Bank zurückgeben und erhalten Anzahlung und Raten erstattet und bekommen sogar noch Zinsen. Lediglich die Nutzungsentschädigung wird Ihnen bei älteren Verträgen (vor Juni 2014) abgezogen. Bei neueren Verträgen dürfte diese nicht mehr abgezogen werden.

HAHN Rechtsanwälte bietet Ihnen an, Ihre Verträge kostenlos zu prüfen. So erfahren Sie im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung, ohne jedes Kostenrisiko, welche Ansprüche Sie haben und wie Sie diese durchsetzen können. Gerne stellen wir in diesem Zusammenhang auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung, ebenfalls für Sie kostenfrei!

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